Betrug: Die Enkeltrick-Maschen

Das Telefon klingelt und eine unbekannte Stimme fragt beispielsweise: „Rat mal, wer dran ist?“. Das Opfer, oft ein älterer Mensch, macht eine Vermutung und der Täter schlüpft in die entsprechende Rolle, oft als Enkel. Diese Vertrauensbasis nutzend, erzählt der vermeintliche Enkel von einem geplanten Hauskauf, für den dringend eine Anzahlung benötigt wird und bittet die Großmutter oder den Großvater um finanzielle Hilfe. Die Geschichte wird durch weitere Anrufer untermauert, wie einem angeblichen Notar, bis das Opfer das Geld übergibt.

Soziologe Dr. Christian Thiel hat erforscht, warum Betrugsmaschen wie der Enkeltrick immer noch greifen. Er beschreibt Betrug als ein komplexes „Straßentheater“, bei dem nicht nur die eigentliche Täuschung, sondern der gesamte Ablauf, wie die Dramaturgie und die Geschichte, zentral sind. Dabei sind viele der betrügerischen Techniken Jahrhunderte alt, jedoch immer noch wirksam. Dr. Christian Thiel hat juristische und mediale Fälle verfolgt und Interviews mit Opfern, Tätern und der Polizei geführt.

Betrug, besonders der Enkeltrick, ist tief in der Manipulation von Vertrauen und Emotionen verankert. Beim Betrug geht es nicht nur um das Entwenden von Vermögen, sondern auch darum, das Opfer in eine Position zu bringen, in der es sich nicht an Dritte oder die Polizei wendet. So werden beispielsweise Situationen geschaffen, in denen das Opfer sich unmoralisch verhalten hat oder aus Scham schweigt. Dr. Christian Thiel betont, dass hinter jedem Trick ein detailliertes Set an Taktiken und Strategien steht.

Quelle: idw-online.de
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Sicherheit: Alternde Smart-Home-Geräte und ihre Risiken

Alternde Smart-Home-Geräte können eine Gefahr für Sicherheit und Privatsphäre darstellen, insbesondere wenn sie keine Updates mehr erhalten. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie der Hochschule Worms, in Zusammenarbeit mit der Universität Maribor. Für die Studie wurden über 500 Personen befragt. Ziel war es herauszufinden, welche Faktoren die Entscheidungen beeinflussen, ältere Smart-Home-Geräte zu behalten oder durch neuere, sicherere Modelle zu ersetzen.

Ein Ergebnis der Studie ist, dass die wahrgenommene Nützlichkeit neuer Geräte entscheidend für den Austausch ist. Sorgen um den Datenschutz und unautorisierten Zugriff beeinflussen ebenfalls die Entscheidung. Jedoch können sowohl finanzielle als auch zeitliche Aspekte eine Barriere für den Verbraucher darstellen. Interessanterweise wurden diese Zusammenhänge nur bei Geräten als signifikant erachtet, die älter als drei Jahre sind. Diese Erkenntnisse könnten Hersteller nutzen, um zielgerichtete Marketingstrategien zu entwickeln.

Julia Lenz, eine der Studienautorinnen, betonte, dass trotz der vielen Forschungen zur Sicherheit von Smart-Geräten bisher wenig über den sicheren Umgang mit älteren Geräten bekannt sei. Die aktuelle Studie füllt diese Lücke und gibt Einblicke in das Verhalten und die Absichten der Nutzer. Interessierte können die Ergebnisse der Studie in der Zeitschrift „Computers and Security“ oder unter sciencedirect.com in englischer Sprache nachlesen. Gefördert wurde die Studie vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit.

Quellen und weitere Informationen: kisat.ztt.hs-worms.de/sciencedirect.com/idw-online.de
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Unterrichtsgebäude: Plattform zeigt nachhaltige Lösungen

Über umweltfreundliche Ansätze für die Planung, den Bau und den Betrieb von nachhaltigen Schul- und Hochschulgebäuden informiert die Webseite des vom Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung (BBSR) ins Leben gerufene Netzwerks Nachhaltige Unterrichtsgebäude.

Die Themenvielfalt reicht von bautechnischen Ansätzen zur Energieeffizienz über den Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zum Gebrauch ökologischer Baustoffe. Auf der Webseite finden Netzwerkmitglieder unter anderem nützliche Arbeitsmittel, Diskussionsmöglichkeiten und Vorträge.

Das 2020 gegründete Netzwerk zählt mittlerweile über 230 Mitglieder, darunter Fachleute aus der Bau- und Bildungsbranche. Es gibt regelmäßige Netzwerktreffen, Exkursionen zu Bauprojekten und die Möglichkeit zur Registrierung auf der Webseite.

Quelle/weitere Informationen: idw-online.de/netzwerk-nachhaltige-unterrichtsgebaeude.de
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Bauvorhaben: Unabhängige Experten können Interessen sichern

Private Bauherren sollten laut des Verbands Privater Bauherren (VPB) eigene, unabhängige Experten auf der Baustelle engagieren. Bei Schlüsselfertig-Projekten präsentieren Baufirmen oft Architekten als „Ihren Architekten“. Das Wort „Ihre“ können dabei jedoch irreführend sein.

Der vom Bauunternehmen vorgestellte Planer oder Architekt hat in erster Linie die Pflichten gegenüber seinem Arbeitgeber, und nicht unbedingt die Interessen des Bauherrn im Blick. Da sie oft im Dienst des Bauunternehmers stehen, können ihre Loyalitäten eher beim Unternehmen liegen. Sie sind laut VPB nicht primär dazu da, Bauherren vor potenziellen Problemen zu warnen oder sie auf Mängel hinzuweisen.

Der VPB rät daher privaten Bauherren eindringlich, unabhängige Sachverständige hinzuzuziehen. Solcher Experten können Bauherren dabei unterstützen, den Gesamtüberblick zu behalten und ihre eigenen Rechte sowie Interessen während des gesamten Bauprozesses sicherzustellen.

Quelle: VPB
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Energieeffizienz: Das Effizienzhaus beim Neubau

Das Effizienzhaus stellt einen maßgeblichen Standard dar, welcher die Energieeffizienz von Wohngebäuden im Vergleich zu einem Referenzbau definiert. Dabei spielen zwei wichtige Kennzahlen eine Rolle: der Gesamtenergiebedarf des Gebäudes und die Qualität der Wärmedämmung. Mit diesen Kriterien lässt sich ein Gebäude konkret bewerten.

Besonders erwähnenswert ist die Effizienzhaus-Stufe 40. Diese Stufe kennzeichnet Gebäude, die lediglich 40 Prozent der Primärenergie eines Referenzgebäudes benötigen und deren Transmissionswärmeverlust geringer ist. Bauherren, die einen solchen Standard erreichen und zudem die Kriterien für Nachhaltigkeit erfüllen, können von Fördermaßnahmen profitieren. Darauf weist die KfW hin.

Um ein solches Effizienzhaus zu bauen, sind verschiedene technische und bauliche Aspekte zu berücksichtigen. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen in den Bereichen Heizung, Lüftung und Dämmung. Dabei spielt die Verteilung der Wärmedämmung über die gesamte Gebäudehülle eine zentrale Rolle. Zusätzlich ist der Einsatz erneuerbarer Energien von großer Bedeutung. Es ist jedoch wichtig, jedes Gebäude individuell zu betrachten und ein maßgeschneidertes energetisches Gesamtkonzept zu erstellen.

Quelle: kfw.de
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Mieterhöhungserklärung: Klarheit bei Drittmitteln unerlässlich

Vermieter müssen ihren Mieter eindeutigen Mieterhöhungserklärungen vorlegen. Dabei müssen sie auch Angaben über die Verwendung von Drittmitteln machen. Dies geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervor (AZ: VIII ZR 416/21).

Im vorliegenden Fall hatte ein Vermieter einem Mieter zwar eine Mieterhöhungserklärung geschickt, jedoch in dieser nicht auf die Verwendung der Drittmitteln hingewiesen. Dass er für die Durchführung verschiedener Maßnahmen Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen wolle, hatte er vorab jedoch angekündigt.

Der Mieter hielt die Mieterhöhungserklärung formell für unwirksam. Seine Miete zahlt nur unter Vorbehalt und forderte die seiner Meinung nach zu viel gezahlte Miete dann zurück. Der Fall landete zunächst beim Amtsgericht Berlin-Wedding und dann beim Landgericht Berlin. Vor dem BGH bekam der Mieter Recht. Grund dafür waren unter anderem Unklarheiten in der Mieterhöhungserklärung darüber, ob der Vermieter die Drittmittel nun erhalten habe oder nicht.

Quelle und weitere Informationen: AZ: VIII ZR 416/21/juris.bundesgerichtshof.de
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Wohnen: Boxspringsofas erobern das Wohnzimmer

Boxspringsysteme werden laut der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) auch im Wohnzimmer immer beliebter. Jochen Winning, Geschäftsführer der DGM hebt hervor, dass Boxspringsofas den gleichen Komfort wie ihre bettbezogenen Pendants bieten. Der Aufbau eines solchen Sofas ähnelt dem der Betten: Eine Federkernbox als Basis, darauf ein Polster, eventuell ergänzt durch eine weitere Polsterschicht.

Auf den ersten Blick ist nicht immer zu erkennen, ob es sich um ein Sofa mit oder ohne Boxspringsystem handelt. Das liegt daran, dass der mehrschichtige Aufbau im Inneren des Sofas verborgen ist. Laut Jochen Winning sind Boxspringsofas in der Regel fester als andere Polstermöbel und unterstützen eine ergonomische Sitz- oder Liegeposition. Das Angebot an Boxspringsofas ist riesig, sowohl in Design als auch in Funktionalität.

Da der Begriff „Boxspring“ nicht geschützt ist, rät der DGM-Geschäftsführer potenziellen Käufern beim Erwerb eines solchen Möbelstücks auf das RAL-Gütezeichen „Goldenes M“ zu achten. Dieses Siegel garantiert laut DGM eine unabhängige Überprüfung auf Sicherheit, Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit.

Quelle: moebelindustrie.de
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Mietrenditen: Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen an der Spitze

Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen haben deutschlandweit die höchsten Mietrenditen zu verzeichnen (Q2/2023). Im Hinblick auf die Mietrendite für Bestandswohnungen liegen Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) und Gera (Thüringen) mit 5,4 Prozent an der Spitze. Dies geht aus einer Analyse von ImmoScout24 hervor.Die Mietrenditen in den großen Metropolen liegen dagegen zwischen 2 und 3 Prozent für Bestands-sowie Neubauwohnungen. Bei den Neubauwohnungen erzielt Düsseldorf mit 2,3 Prozent die niedrigste durchschnittliche Mietrendite. Zum Vergleich: In Neunkirchen im Saarland lässt sich mit einer Neubauwohnung eine Mietrendite von 4,0 Prozent erzielen, im Vogelsbergkreis in Hessen von 3,9 Prozent und in Brandenburg an der Havel von 3,7 Prozent erzielen.

Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, betont, dass Immobilienkäufe trotz temporärer Preisschwankungen in den vergangenen fünf Jahren einen Wertzuwachs von 50 bis 60 Prozent verzeichneten. Sie empfiehlt Investoren auch kleinere Städte und Kreis in Betracht zu ziehen. Dort könne die Mietrendite im Durchschnitt mitunter höher ausfallen als in Deutschlands Metropolen.

Quelle: immobilienscout24.de
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Kellerumbau: Vorgaben beachten

Das Ausbauen von Kellerräumen zu Wohnzwecken kann eine Baugenehmigung erfordern. Dies betont der Verband Privater Bauherren (VPB). Denn es handelt es sich um eine sogenannte Nutzungsänderung, wenn Hausbesitzer aus ihrem Kellerabstellraum eine eigenständige Wohnung machen möchten. Diese Veränderung benötigt in den meisten Fällen eine behördliche Zustimmung.

Die jeweiligen Landesbauordnungen legen spezifische Vorgaben für solche Umbauten fest. Sie bestimmen beispielsweise die Mindesthöhe der Räume und sorgen dafür, dass ausreichend Licht und Luft vorhanden ist. Darüber hinaus sind die Brandschutzvorgaben und die Energieeinsparverordnung zu beachten.

Der VPB rät Hausbesitzern dringend, sich vorab bei der örtlichen Baubehörde über die Machbarkeit und die entsprechenden Auflagen zu erkundigen. Erst wenn alle Bedingungen und Richtlinien geklärt sind, sollte die detaillierte Planung und Finanzierung des Vorhabens erfolgen.Quelle: VPB
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Klimaziele 2030: Deutschland verpasst eigene Vorgaben

Deutschland verfehlt mit den bisherigen Klimaschutzmaßnahmen sein Ziel, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Stattdessen erreicht das Land lediglich eine Reduzierung von 63 Prozent. Dies bedeutet, dass Deutschland eine Diskrepanz von 331 Millionen Tonnen Treibhausgasen gegenüber des Bundes-Klimaschutzgesetzes aufweist. Es bestehe aber die Möglichkeit, diesen Wert durch zusätzliche Aktionen auf 194 Millionen Tonnen zu reduzieren. Das geht aus dem Projektionsbericht 2023 hervor, den das Öko-Institut mit weiteren Forschungspartnern im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt hat.

Der Projektionsbericht offenbart weiterhin, dass Deutschland bis 2045 auch das angestrebte Ziel der Treibhausgasneutralität nicht erfüllen wird. Selbst mit geplanten, aber bisher nicht umgesetzten Maßnahmen verblieben 157 Millionen Tonnen Treibhausgase in der Atmosphäre. Öko-Institut-Experte Ralph O. Harthan sieht im Vergleich zu 2021 zwar Verbesserungen, meint aber: „Die muss Bundesregierung weitere Schritte unternehmen, um die Lücke bis 2045 zur Netto-Null bei den klimaschädlichen Treibhausgasemissionen zu schließen.“

Der Bericht zeigt auch, dass unterschiedliche Sektoren variabel zur Emissionsreduktion beitragen. Die Energiewirtschaft leistet den Hauptbeitrag, gefolgt von Industrie, Verkehr und Gebäuden. Im Gebäudesektor seien neueingebaute Heizungen zu 65 Prozent erneuerbare Energien – in Form von Wärmepumpen, Fernwärme und Biomasse – als Klimaschutzmaßnahmen ein wichtiger Hebel. Der „Projektionsbericht 2023 für Deutschland“ kann kostenlos über die Internetseite umweltsbundesamt.de heruntergeladen werden.

Quelle und weitere Informationen: www.oeko.de/umweltbundesamt.de
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